Wir über uns

Die Geier-Story und die Geier-Crew

Den "Geier", wie er von seinen Kunden liebevoll ironisch genannt wird, gibt es nun schon seit über 30 Jahren in Freiburg. Angefangen hat alles mit Angela und Jörg Dittloff, die 1974 den damals noch der Brauerei Feierling gehörenden Laden pachteten und aus der bürgerlichen Eckkneipe einen Treffpunkt für junge Leute machten. Das besondere Flair des Geiers wurde aber letztlich nicht allein von den Wirtsleuten bestimmt, obgleich deren Bereitschaft sich den damaligen Trends der Jugend- und Studentenkultur zu öffnen, nicht unterschätzt werden darf. Vor allem Angela Dittloff war es zu verdanken, daß sich seinerzeit der Geier als Kollektiv der Mitarbeiter verstand. Manche Kollektivbesprechung erinnerte allerdings stark an die gefürchteten Diskussionen von Wohngemeinschaften über Abwasch und sonstige Küchenprobleme. 
Im Jahr 1976 gab es einen Pächterwechsel im Geier. Angela Dittloff wollte sich nach langen Jahren in der Gastronomie, zuerst "Lorettas Garten" in Berlin, dann der Geier in Freiburg, beruflich verändern. 

 
Stephan
Minzberg

1948

2007

Neuer Pächter wurde dann, der bereits zuvor schon im Geier mitarbeitende, Stephan Minzberg. Er war früher aus der Jos Fritz Buchhandlung ins Geierkollektiv gewechselt. Mehr über Stefan könnt Ihr auch noch auf unserer Presseseite erfahren.
Stephan ist im Mai 2007 nach langer Krankheit verstorben. Wir sagen leise,

Servus Stephan.

Seit dem, wie auch schon in der Zeit zuvor, führte Volker Seeger den Geier allein.

Prägend für die Entwicklung des Geiers waren vor allem die Kunden, die aus dem Einzugsgebiet "Im Grün" und aus der Freiau kamen, sowie auch die Einflüsse aus dem eher linken Studentenmilieu überhaupt. Mitte der 70er Jahre gab es die ersten besetzten Häuser in Freiburg. Eines davon direkt neben dem Geier (Belfortstr. 36). Es gab den (vergeblichen) Widerstand gegen den Abriss der Freiau. Zugleich lebte eine bunte Szene-Mischung in den alten Häusern der Faulerstraße, die einen Gutteil der Geierkundschaft stellte. Zu erinnern wäre hier auch noch an die späteren Auseinandersetzungen um die Spechtpassage, oder das Grethergelände, bis hin zum Kampf um Dreisameck und Schwarzwaldhof.

Immer hatte dabei der Geier eine wichtige Funktion als Kommunikationszentrale im Viertel. Das heißt nun nicht etwa, daß hier ständig die Revolution geplant wurde, auch wenn 1978 tatsächlich einmal Herbert Marcuse und Rudi Dutschke im Geier gewesen sind, allerdings nicht um einfach so am Tresen zu stehen. Das kam nämlich so, die Buchhandlung Jos Fritz hatte eine Veranstaltung mit Marcuse geplant und benötigte kurzfristig einen Raum dafür. Irgendwie ist man dann auf den Geier gekommen. Während der Veranstaltung ist schließlich auch noch Rudi Dutschke dazugekommen, der wohl seinen alten Lehrer noch mal sehen wollte.

Eine besonders schöne Beschreibung für den Geier fand sich übrigens im Programmheft zum trinationalen Soziologentag, der September 1998 in Freiburg stattfand.  Dort stand im besten Soziologendeutsch zu lesen:

"Reichsadler (Geier)
Der Geier ist Kult! Wem die Kartenspielerromantik des Grünhofs nicht behagt, wer beim Karpfen die richtige Einstelung vermißt - wer sich immer noch für einen linken Revoluzzer hält, wenig Geld hat und alles besser weiß, der ist im Geier richtig aufgehoben. Publikum von der aktuellen Studi-Generation bis zu halbwegs authentischen Alt-68ern. Wirt Stephan Minzberg besticht sowohl durch körperliche als auch geistige Größe. Kommunikatives Handeln und Systemtheorie sind an dieser Theke keine Metaphern für „Bezahlen, bitte". Hier wird intellektuel aus dem Vollen geschöpft; aus sozialer Praxis erwächst sogleich die Tat und manch böses Erwachen folgt am anderen Morgen. Wir empfeheln: Ab und zu mal feste Nahrung zuführen! Küche von 19.00-22.00 Uhr, auch vegetarisch. Motto: billiger geht’s nicht! - und das müssen wir ja wohl nicht zweimal sagen, oder? Wen am ‘Geier’ die Einrichtung stört, ist als Neu-Freiburger schon durchgefallen."
(Programmheft, Soziologentag 1998)

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Abb.: Soziologe bei der Arbeit, der sich wieder mal die Frage stellt, was wohl die Welt im innersten zusammenhält.

 


Na ja, das sind mittlerweile olle Kamellen, Historie eben. Tatsächlich war und ist der Geier schlicht der Ort für echte Diskussion und einfach nur Quatschen, für Bekannte treffen und neue Bekanntschaften machen bei richtig gutem Essen und Trinken.

Sicher war aber auch immer, ohne den Einen, der den ganzen Laden zusammenhielt, lief gar nichts und das war eben unser Volker.

    Volker Seeger   1953 - 2011

Er war mit Abstand am längsten dabei. Er begleitete den Geier seit seiner Gründung, mit a. W., seit über 30 Jahren; er hatte seinerzeit maßgeblich dazu beigetragen, die Küche im Geier zu etablieren und war ihr immer treu geblieben. Er sorgte für den optimalen gastronomischen Service der Gäste. Seinem Durchhaltevermögen und den vielen freiwilligen Helfern, denen an dieser Stelle ganz herzlicher Dank auszusprechen ist, verdanken wir die Wiedereröffnung des Geiers im Jahr 2008. Es folgte eine schöne Zeit für alle die sich dem Geier verbunden fühlen. Jedoch das Glück währte nicht lange, am Ostersamstag 2011 ist Volker verstorben. Ja und nun? Nun führte seine Vroni den Geier mit Unterstützung vieler getreuer Gefährten. Für Vroni, die ja tagsüber vollzeit berufstätig ist, war das auf die Dauer aber nicht durchzuhalten. Sie hat dann im Februar den Geier  an Remei González verpachtet.

Die Neuen sind:

Remei González und Klaus Funke

    

  
Zwei Vollprofis, beide gelernte Köche, mit viel Erfahrung in der Branche. Sie führen den Geier seit dem 19. März 2012 unter dem neuen Namen "Bodega der Geier" weiter.

Es gibt auch eine neue Website mit weiteren Infos:
www.bodega-dergeier.de
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